Im Interview

Im Interview mit Sabine Hörl, Romantikhotel Zell am See

Heute hat Sabine Hörl auf der
“Die Creadiven”-Couch Platz genommen.
Sie ist Hotelierin, Ehefrau, Mutter und Familienmensch und spricht über die Kunst, ihre vielfältigen Aufgaben erfolgreich unter einen Hut zu bringen.

HOTELIERIN AUS LEIDENSCHAFT

„ALLE MEINE WERTE FLIESSEN IN MEIN LEBEN UND SCHAFFEN EIN!“

Los geht's

Metzgerwirt mit Salettl

Sabine, erzählst Du unseren Lesern erst einmal ein bisschen von Dir.
Ich weiß, dass Dir Deine Familie sehr wichtig ist, Du den Zeller See liebst und Unternehmerin mit Leib und Seele bist.
Wie war Dein Werdegang?

Liebe Sabine,
ich habe Dich in den all den Jahren, in denen Du mit unserer Agentur zusammenarbeitest als starke, charismatische, liebevolle Persönlichkeit kennengelernt.

Du bist Hotelchefin, Ehefrau, Mutter und Pionierin gleichermaßen und mit Leidenschaft.
Deine Interessen und Werte fließen in Dein gesamtes Leben und Schaffen ein.

Metzgerwirt mit Salettl

Liebe Sabine,
ich habe Dich in den all den Jahren, in denen Du mit unserer Agentur zusammenarbeitest als starke, charismatische, liebevolle Persönlichkeit kennengelernt.

Du bist Hotelchefin, Ehefrau, Mutter und Pionierin gleichermaßen und mit Leidenschaft.
Deine Interessen und Werte fließen in Dein gesamtes Leben und Schaffen ein.

Sabine, erzählst Du unseren Lesern erst einmal ein bisschen von Dir.
Ich weiß, dass Dir Deine Familie sehr wichtig ist, Du den Zeller See liebst und Unternehmerin mit Leib und Seele bist.
Wie war Dein Werdegang?

Im elterlichen Bäckereibetrieb habe ich körperliche Arbeit kennengelernt, wollte aber auch die sozial weiter unterwegs sein, und als Jugendliche erschien mir das in der Karriere als Krankenschwester möglich. Doch mein Professor in der Handelsakademie sagte nach der ersten Hak, als ich wechseln wollte, bitte bleib, mach die Matura und werde dann Krankenschwester. Ich blieb, und nach der Matura wollte ich studieren – eigentlich Medizin – aber die Chemie und die Physik hielten mich zurück, und ich studierte BWL in Mindeststudiendauer. Mein Wunsch: im Personalwesen im heutigen Human Ressort Management zu arbeiten. Aber zuerst wollte ich mir nach meinem Studium die Welt anschauen. Dazu braucht man Geld, und das verdiente ich in der Schweiz – im Service. Nach 3 Monaten harter Arbeit hatte ich so viel gespart, dass ich die Welt erobern konnte und kaufte mir ein World around-Ticket bei Air France. Mit meinem Rucksack eroberte ich die Welt – immer im Hintergrund die Möglichkeit, dass ich sofort in der Schweiz bei der Säntis Bahn AG im Hotelmanagement einsteigen konnte. Das war natürlich großartig, ich brauchte mein ganzes Erspartes auf, weil ich wusste im Hotel würde mir eine Wohnung zur Verfügung gestellt, ich würde die Verpflegung bekommen und könnte dann ja wieder für die nächste Reise sparen. Nach der Schweiz wechselte ich zu Dr. Edinger in die Tourismusberatung und führte für ihn einen Betrieb in der Zwangsverwaltung. Hier lernte ich meinen Mann kennen und ich landete im Familienbetrieb.

Wie hast Du es geschafft,
das Romantikhotel, den Fischerwirt und den Metzgerwirt, die alle auf ihre besondere Art zum Entspannen und Seele baumeln lassen einladen, aufzubauen und andererseits allen Bereichen und Deiner Familie auch Deine Seele einzuhauchen?

Es bin nicht ich, es ist die Familie und das tolle Team. Ich bin nur ein bisschen die Kreative in der ganzen Geschichte und natürlich auch immer die, die alles von außen betrachtet. Und ich mag Menschen – das sehe ich als meine Stärke, Menschen zuhören und ihnen Aufmerksamkeit und Achtung geben. Das geht leider in der heutigen Zeit unter, ist aber ganz wichtig –  für Gäste und Mitarbeiter und natürlich für die Familie. Ich bin in der Familie sicherlich in gewissen Dingen die Treiberin – nicht beim Umbauen, Ausbauen usw., das ist mein Mann, aber bei den vielen Kleinigkeiten, auch beim Urlaub machen mit der Familie, da bin ich bestens organisiert und treibe meine Familie durch die Welt. Open minded zu sein, andere Kulturen kennenzulernen – das erweitert den Horizont und ist so wichtig. Und vier Wörter Bitte, Danke, Grüß Dich und Pfiat dich – das ist die Basis des Lebens. Das habe ich auch von meinen Kindern ganz stark verlangt.

Du bist auch ein sehr naturverbundener Mensch.
Euer Hotel liegt in Zell am See, mitten in einer wunderbaren Landschaft und herrlichen Natur.
Ist es Dir wichtig, Deinen Gästen die Bedeutung und Schönheit Deiner Heimat zu zeigen und näher zu bringen?

Meine persönlichen Lebensquellen sind der See und die Berge und mindestens einmal im Jahr das Meer. Ich gehe im Sommer täglich schwimmen und im Winter fahre ich auch nur eine Stunde Ski – hinaus in die Natur, einatmen, durchatmen und die Welt von oben sehen, das macht den Kopf frei. Meine neue Leidenschaft ist nach zwei Kreuzbandrissen mein E-Bike, mit ihm findet man mich sogar auf der Schmittenhöhe und am Hundstein. Das habe ich für mich entdeckt und das ist wunderbar. Einmal im Jahr brauche ich Weitblick – da muss ich das Gefühl haben, dass mein Blick nicht am Horizont (Berg) anstößt. Es ist ungemein befreiend, wenn man in die Weite schauen kann, aber nach einigen Tagen fehlen mir dann auch wieder meine Berge. Den Gästen sage ich immer, hinein in den See, hinauf auf den Berg und das Leben wird leichter! Sie glauben es mir inzwischen.

Ich persönlich finde es wunderbar,
dass Ihr Nachhaltigkeit, Regionalität und Umweltschutz im Fokus habt und total lebt. 

Wie ist die Resonanz der Gäste
auf diese Initiativen?

Das ist noch ein langer Weg – aber mir ist das sooooo wichtig. Ich versuche meinen ökologischen Fußabdruck bewusst zu gestalten. Natürlich liebe ich auch, in fremde Länder zu reisen, zu fliegen mit dem Auto zu fahren, aber das genieße ich und lebe aber dann wieder sehr bewusst. Ich gehe viel zu Fuß, fahre mit dem Rad und trenne privat Müll, baue mir meine eigenen Kräuter an und lebe im Jahreszyklus. Ich brauche keine Erdbeeren im Winter. Im Hotel haben wir das ganz bewusst mit der Energie begonnen, Wärmewasserpumpe, Photovoltaik, wir sind mit dem österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet worden. Darauf sind wir stolz. Jetzt ist der nächste Schritt die Umsetzung in der Küche. Wir versuchen viel bei Bauern zu kaufen, unterstützen kleine Produzenten. Täglich einen Schritt mehr. Ich will noch weiter weg von Abhängigkeiten , und wenn es was nicht gibt, dann muss das auch Platz haben. Die Gäste sind langsam bereit, das zu verstehen und auch zu quotieren und auch den Preis zu akzeptieren. In der Morgenpost versuche ich immer wieder meine Gedanken dazu los zu werden und werde von den Gästen auch darauf angesprochen.

War es jemals ein Widerspruch für Dich, Unternehmerin und Mutter zu sein?

Musstest Du oft Abstriche machen?

Ja – am Anfang war es so, dass ich mein soziales Leben total vergessen habe. Ich war im Betrieb, bei den Kindern, und ich hatte meinen Freundeskreis aus dem Studium und zu Hause in Kärnten. In Zell am See hatte ich keine Freunde. Die wenige Zeit, die mir blieb, wollte ich für die Kinder da sein. Wir haben auch sehr viel mit den Kindern unternommen und viel, viel Zeit verbracht. Das bekommen wir jetzt doppelt und dreifach von den beiden zurück. Außerdem engagiere ich mich im Pfarrgemeinderat, da bin ich Obfrau, habe meinen „Dr.-Mag.“-Club – das sind vier Damen, eine Ärztin, eine Apothekerin, eine Steuerberaterin und ich, und wir treffen uns monatlich zum Frühstücken .Corona hat uns jetzt das für ein Jahr genommen, aber wir freuen uns schon wieder auf unsere Frühstücksrunden.

Was tust Du in besonders herausfordernden
Zeiten für Deinen Ausgleich?

Lesen mit großer Leidenschaft und das querbeet. Neben meinem Bett habe ich immer verschiedene Bücher gestapelt und je nach Verfassung, Müdigkeit und Stimmung wird eines weitergelesen. Momentan fesselt mich „Der Apfelbaum“ von Christian Berkel – seine Geschichte berührt, rüttelt auf und macht sehr nachdenklich. Zum Drüberstreuen habe ich auch schon den Eberhofer liegen, oder auch die Müttermafia. Und ich liebe Hermann Hesse!

Vielen Dank für Deine ehrlichen und authentischen Antworten.
Ich glaube, damit gibst Du vielen Menschen Kraft.
Vielen Dank für Deine Zeit!