Im Interview

IM INTERVIEW MIT
Isabella Moisl, Hotelierin 
in Abtenau/SalzburgerLand

Heute auf der „DieCreaDiven“-Couch:
Hotelierin Isabella Moisl, Abtenau/SalzburgerLand

„GEHT NICHT,
GIBT´S NICHT!“

Isabella Moisl

Los geht's

Liebe Isabella Moisl,

wir – Die CreaDiven – arbeiten mit Dir nun schon seit einiger Zeit erfolgreich zusammen und verfolgen daher immer sehr gespannt, was sich in Deinem Leben tut und mit welchem Engagement und welcher Leidenschaft Du als „next generation“ das Hotel Moisl führst.

Du bist für uns der Inbegriff einer Power-Lady!



Hotelchefin und seit Juni 2021 Mutter von Tochter Mathilda – wie schaffst Du es, alle Aufgaben unter einen Hut zu bringen?

Ja, das frage ich mich manchmal auch. Ich bin jeden Tag im Hotel und habe aber wunderbare Menschen an meiner Seite: meinen Mann Georg und meine Eltern Leo und Veronika Moisl, die, wenn ich mich um unsere Gäste kümmere für Mathilda da sind. Das ist auch übrigens „moislisch“ – der Zusammenhalt in der Familie. Georg ist mein Ruhepol, hinter den Kulissen unentbehrlich, er ist fürs Controlling und die gesamte „Hardware“ verantwortlich.

Ich denke, Du fängst einfach mal von vorne an zu erzählen, um uns einen Einblick und ein Gefühl zu geben, wer Du bist und wo Du Deine Wurzeln hast.

Meine Wurzeln habe ich am Tegernsee, dort wo ich geboren bin und meine Mutter schon einen Hotelbetrieb hatte. Die Familie entschied sich dann jedoch, nach Abtenau zu gehen – so bin ich zur einen Hälfte Bayerin und zur anderen Abtenauerin. Die bayerische Mentalität habe ich auch beibehalten – darüber bin ich glücklich – und in Abtenau lernte ich Geselligkeit, Gemütlichkeit, Offenheit – beides zusammen ist eine super Kombination!

Dann bist Du also ein echtes Hotelkind?

Ja, ich bin im Hotel groß geworden, so war auch immer jemand für mich da. Meine Schwester Laura und ich haben eine wunderbare Kindheit und Jugend gehabt – am Tegernsee und in Abtenau.

Und wie ging es dann weiter?

Zunächst besuchte ich die Tourismusschule Klessheim – ich wollte ja auch auf den Hotel-Zug aufspringen – aber dann erlebte ich bewusst einen geistigen Exkurs: Ich begann mit einem Studium der Kunstgeschichte. Leider konnte ich es nicht abschließen, da ich im letzten Semester an die Rezeption musste. Es folgten zwei weitere Jahre im Hotel Moisl und danach sieben Jahre im „Rex“ am Tegernsee. Dann war erst mal Schluss mit der Gastronomie.

Wohin führte Dich der Weg?

In eine Salzburger Werbeagentur als Web-Content-Managerin. Als ich meinen Mann kennenlernte, habe ich mich selbstständig mit einer Beratungsagentur für Tourismus und Hotelbusiness gemacht und schließlich endlich bereit – das war vor drei Jahren – ins Moisl einzusteigen. Im Oktober 2020 haben Georg und ich das Haus von meinen Eltern übernommen. Und zwar in einer außergewöhnlichen Situation, nämlich vor einer Saison, die eigentlich gar nicht stattgefunden hat … im Juni 2021 konnten wir dann endlich loslegen, Mathilda kam auf die Welt … wir haben es geschafft!

War es manchmal schwer für Dich, neue und frische Ideen im Betrieb umzusetzen?

Nein, überhaupt kein Problem. Die Übernahme lief trotz Pandemie reibungslos. Klar, hatten wir neue, innovative Ideen, die erst einmal auf Eis liegen. Es gab Wichtigeres, wie z.B. gute Mitarbeiter zu suchen und zu bekommen. Wie wir alle wissen, ist das Personal-Problem bis heute eine Riesen-Herausforderung für uns Unternehmer. Aber Kleinigkeiten haben wir schon umgesetzt: moderne Wellness-Liegen gekauft , komplett neues W-LAN im ganzen Haus und Monitore installiert, als digitale Beschilderung. Sie laufen am Eingang und im Restaurant mit Informationen aller Art.

 Zwei Jahre befinden wir uns jetzt bereits in der Pandemie. Wie sind Deine aktuellen Gedanken, Planungen, Erwartungen?

Es gibt keine Planungssicherheit, sodass wir den geplanten großen Umbau erst einmal zurückgestellt haben. Wir können auch heute noch nicht sicher sein, wie es im Herbst aussehen wird, ob wir eventuell wieder zusperren müssen. Unsere Erfahrung aus den vergangenen zwei Jahren ist, dass das Buchungsverhalten im Winter zögerlich ist und im Sommer wesentlich optimistischer.

Berichte uns zum Schluss doch noch einmal ganz genau, was „moislisch“ ist?

Die herzliche, familiäre Atmosphäre haben wir übernommen – und das ist genau richtig. Das ist genau das, was sich der genuss- und ruhesuchende Gast, egal welchen Alters, wünscht. Den frischen Wind, den wir da hineinbringen, ändert nichts am typisch „Moislischem“.

Du hast unseren größten Respekt und unsere höchste Wertschätzung.

Liebe Isabella, Du bist eine sehr inspirierende und motivierende Frau, die vielen von uns Mut und Zuversicht gibt.